Ce n'est pas dans l'intérêt des enfants, qu'un seul modèle soit encouragéE Bréif vum Petra Stober :

Staatliche Elternerziehung – abgelehnt

Familien, die staatliche Kinderbetreuungsstätten nicht in Anspruch nehmen, erleben seit Jahren, emotionale, finanzielle und politische Diskriminierung. Diese Familien ertragen das, weil sie für ihre Werte einstehen. Das aktuelle Schwingen der « Qualitäts« keule durch Herrn Minister Meisch geht jetzt aber entschieden zu weit. Damit werden staatliche Befugnisse krass überschritten, das Subsidaritätsprinzip endgültig ausgehebelt.

Was im ersten Moment vielleicht wohlmeinend klingt… Familien die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse als Hochglanzbroschüre in ihre Wohnräume bringen, damit diese ihre Kinder zukünftig « qualitativer«  erziehen. Was sollte daran verkehrt sein?

Bei näherer Betrachtung, einfach – alles! Es ist ungeheuerlich und sollte beendet werden, bevor es anfängt. Davon ausgehend, dass es ein Originalzitat ist:

« (1)Wir wollen Familien nichts vorschreiben.

(2)Sie sollen selbst entscheiden, ob Kinder eher zu Hause oder in einer Tagesstätte betreut werden sollen.

(3)Wichtig ist aber, dass die Qualität gesichert ist.«  (Luxemburger Wort v. 10.10.2017)

- möchte ich diesen Aussagen folgendes entgegen halten:

1. Selbstverständlich, will man Familien vorschreiben, wie sie zu leben haben. Unglaublich viel Geld wird in Beton, Infrastruktur, Personalbeschaffung und Leitfäden aller Art investiert – damit Eltern lückenlos arbeiten gehen können. Alle politischen Aussagen weisen in die gleiche, eine Richtung. Davon abweichende Lebensformen werden mit so wenig finanziellen Mitteln (und Zeit) wie möglich ausgestattet. In allen Diskussionen werden die auf eigene Rechnung homeeducation betreibenden Familien durchgängig als ewig-gestrig gebrandmarkt, müde belächelt.

« Wir sind die Modernen… und ihr?« 

Wollte man Familien tatsächlich die Wahl lassen, sie gesellschaftspolitisch wirklich gleich- stellen, wollte man allen familiären Lebensformen die gleiche Wertschätzung entgegen bringen, dann wäre dies politisch recht einfach zu bewerkstelligen: sozial- und rentenversichertes Einkommen für Menschen, die sich hauptamtlich um ihre Familien, ihre Kinder, ihre Eltern, evtl. pflegebedürftige Angehörigen kümmern; vorbehaltsloser Zugang zum 1. Arbeitsmarkt, wenn sie wieder genügend freie Kapazitäten haben und dies wünschen; gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung.

Dafür könnte man sich ebenso stark machen wie für die kostenintensiven Familien-Ersatz-Programme, die mit großen Worten und noch mehr Gedöns (Qualitätssiegel; Ministerialstempel; Einweihungspomp etc.) suggerieren wollen, dass alles dasselbe bzw. noch viel besser ist als das originäre Familienleben.

2. Heute, im Jahr 2017 sollen wir nun selbst entscheiden… zu gütig. Stand das denn zur Disposition, dass jemand anders als die Familien selbst über ihre Art der Familienorganisation entscheidet? Befremdende Einblicke in ministeriale Denke.

Wir, die Familien, haben immer selbst entschieden. Nicht leichten Herzens, nicht ohne Diskussion, nicht ohne Konsequenzen. Aber die Entscheidung trafen die Familien bislang allein, ob in dieser oder jener Richtung. Das muss auch so bleiben. Die Verantwortung für alles, was daraus erwächst – ob zu Hause oder im staatlichen Bildungs- und Betreuungsapparat – war und ist Angelegenheit der Familien. Das ist das Minimum an persönlicher Freiheit, die eine Demokratie ihren Bürgern zugestehen, zusichern, zutrauen muss. Das ist nicht verhandelbar.

3. Das ist ein arroganter Schlag ins Gesicht all derer, die sich entschieden haben, ihre Kinder in Eigenregie groß zu ziehen und soviel Zeit wie irgend möglich mit ihnen zu verbringen; auf eigene Kosten. Das zieht so viele zeitliche, finanzielle, berufliche Einschränkungen nach sich, dass diese Eltern sich sehr intensiv mit ihren Kindern, mit deren Erziehung und Bildung beschäftigen. Ein Einsatz, der einen sehr großen Anteil an der hochgelobten Heterogenität unserer Gesellschaft hat und sich in vielen Bereichen nachweislich positiv auswirkt.

Wie kommen Sie dazu, Herr Meisch, diese Menschen einer Qualitätsoffensive auf der Basis « neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse«  in ihren privatesten Lebensräumen und Lebensaufgaben auszusetzen?

Jeder, der sich mit « wissenschaftlichen Erkenntnissen«  in Erziehungsfragen beschäftigt, weiß, dass es für jede zeitgeist bedingte Strömung Studien gibt, welche das Unbedingt-Gewollte untermauern.

Gegenstudien beleben die Diskussion. Und weiter? Nach welchen Kriterien werden die sog. wissenschaftlichen Erkenntnisse denn nun geschüttelt und gerührt der hiesigen Bevölkerung mundgerecht aufbereitet und an ihren Wohnzimmertisch serviert? Studien, die besagen, dass Babies, Kleinkinder und Kinder in familiärer Umgebung bestens gedeihen und alles bekommen, was sie brauchen, gibt es zur Genüge; das ist ja aber – betrachtet man die angewandte Regierungspolitik und Gesellschaftsentwicklung – kaum das, was wir zu lesen bekommen werden.

Also was dann?

Sie schlagen eine gefährliche Richtung ein, abseits der demokratischen Regeln für unser friedliches Zusammenleben. Bisher wurden derartige Diskurse zumindest noch öffentlich geführt.

Jetzt werden Minister zu Zeitungsherausgebern und freie BürgerInnen zu Zwangsempfängern. Was aber wenn diese Eltern weiterhin ihre eigenen Vorstellungen von Familie, Kindererziehung, Qualitätssicherung haben und leben? Was, Herr Minister, wollen Sie dann tun? Familieninspekteure einsetzen? Maßregelungen? Sanktionen? Wie soll es weitergehen mit der innerfamiliären Qualitätssicherung, bei der Regierende im Alleingang bestimmen, was unter Qualität zu verstehen ist? Das kann man als vernunftbegabter Mensch ja nur ablehnen.

Staatsformen auf dieser Grundlage scheiterten bereits zur Genüge bzw. richten auch heute noch großen Schaden an.

Wenn in einer Demokratie auf der persönlichsten Ebene der individuellen Existenz – im Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern – staatliche Erziehungsprogramme und Kontrollmechanismen greifen, um « Qualität zu sichern« , dann stimmt im Verhältnis Mensch-Staat nichts mehr.

Freiheit muss eine Option sein; Freiheit muss Optionen haben. In einem dem freiheitlichen Grundgedanken verbundenen Staat müssen Familien die von Wohlwollen getragene Wahl haben, ihr Familienleben nach eigenen Wünschen und Prioritäten zu gestalten. Selbstverständlich auf der Basis der Verfassung und der allem zugrunde liegenden universellen Menschenrechte. Der Staat und seine Vertreter müssen Vertrauen in die Bevölkerung haben, dass im Zusammenspiel aller demokratischen Kräfte – auch entgegengesetzter Kräfte – etwas heraus kommt, das Menschen würdigt, ihr individuelles DaSein schätzt und zukunftsfähig ist. Daran muss wieder verstärkt gearbeitet werden, ohne staatliche Übergriffe jeglicher Art.

Petra Stober

Gemeinde Rammerich

23.10.2017

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