Keng Zäit méi fir Mamm ze sinn?

Léif Mamma, géi net fort !

Die Zeit verfliegt so schnell, dass man sich manchmal fragt, wo all die Jahre geblieben sind. Dabei gerät auch so vieles Erlebte in Vergessenheit.

Das erlaubt zwar einerseits über manche herbe Verluste oder schmerzliche Erlebnisse hinwegzukommen, ist aber andererseits schade, weil man sich an viele schöne Stunden nicht mehr erinnert.

Trotzdem gibt es Ereignisse oder Worte die sich unauslöschlich ins Gedächtnis einprägen.

Dazu gehört für mich die Bitte meines damals jüngsten Sohnes. Da ich meine Berufstätigkeit als Lehrerin zugunsten der Erziehung unserer fünf Kinder aufgegeben habe,-eine Entscheidung, die ich nie bereut habe – besuchte ich seither, zu meiner persönlichen Bereicherung, einmal wöchentlich einen Sprachkurs .

Eines Abends nun bat mich mein etwa Zweijähriger : « Léif Mama, géi net fort ! »

Ich war tief berührt, und wäre am liebsten zu Hause geblieben. Andererseits wusste ich, dass es für meinen inneren Ausgleich und das Familienleben sehr wichtig war, auch eine kleine Auszeit für mich zu haben.

Ausserdem wusste ich, dass die Kinder sich keinen liebevolleren Vater wünschen konnten, und der Kleine deshalb in meiner kurzen Abwesenheit in besten Händen war.

So versuchte ich ihn zu trösten, und ging schweren Herzens fort.

An Muttertag frage ich mich, wieviele Kinder hierzulande dieselbe flehentliche Bitte an ihre Mutter richten,wenn sie sich teilweise noch sehr klein, für viele Stunden von ihr trennen müssen, um ihren Tag in Fremdbetreuung zu verbringen, und wieviele Mütter und Väter darunter leiden, weil Staat und Regierung nur ein Ohr und ein Herz für berufstätige Eltern haben.

Marie-Andrée Faber-Schanen

06.06.2016

0 0 0 0 0

Laisser un commentaire

Votre adresse de messagerie ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *