Nivellement vers le bas ?

Die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule ist von grosser Bedeutung.

Die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule ist von grosser Bedeutung.

Famill.lu: Wat een och regelmässeg héiert, ass, dass de Niveau an de Schoulen erofgeet: sinn Äerer Meenung no, d’Programmer net méi adaptéiert, sinn d’Kanner ëmmer manner motivéiert, sinn se net genuch preparéiert, well d’Maison-relais këmmeren sech jo wéineg ëm se an Owes sinn d’Elteren an d’Kanner natierlech midd?

Jutta Lux-Hennecke: Es gilt zunächst einmal, eine Balance zu finden, zwischen lernschwachen und lernstarken Schülern. Alle sollten gefördert werden, dafür brauchen wir eine Differenzierung im Unterricht und die entsprechende Ausbildung für die Lehrer.

Die Schulprogramme sind sinnvoll auszuarbeiten, sollten wesentliches Basiswissen enthalten, aber nicht immer mehr im Niveau nach unten « angepasst«  werden. Schüler (auch Migranten) möchten gefordert, aber nicht überfordert werden, angespornt und ihre Leistungen anerkannt, aber nicht deklassiert werden, dann sind sie auch motiviert. Hier spielt das Lehrerverhalten eine grosse Rolle: der Lehrer hat es in der Hand!

 Die Eltern sollten den Kindern klarmachen, welche Bedeutung die Schule für ihren späteren Lebensweg hat, sollten sie begleiten und den Kontakt mit dem Lehrer pflegen, auch um die richtigen Entscheidungen bei der Orientierung treffen zu können. Dafür müssen Eltern aber auch wieder um trotz Berufstätigkeit die notwendige Zeit aufbringen, was bei beruflicher Überlastung schon schwierig wird. Die Maison-relais können diese Aufgaben nicht alle übernehmen. Die Kinder möchten sich sowohl von ihren Eltern als auch von ihren Lehrern verstanden und unterstützt fühlen.

Der Zeitfaktor sollte berücksichtigt werden: Wann lassen wir Ruhezeiten und Entspannung zu, wie findet ein Kind zu seinem Lernrhythmus (der mit Sicherheit nicht bei allen Kindern gleich ist), erhalten Kinder während der täglichen Schulzeit Hilfestellungen vom Lehrer, gibt es spezielle Förderprogramme, bieten Eltern ihren Kindern ein positives Lernumfeld und können sie sie durch ihre Anwesenheit unterstützen?

Famill.lu: D’Reform vum Secondaire gesäit méi Specialisatioun an verschidden Branchen vir. Mä, Dir sidd net ganz mat dëser Iddi averstaanen. Firwat?

Jutta Lux-Hennecke: Wenn wir zu viele Spezialisierungen und zu viele unterschiedliche Schultypen mit unterschiedlichen Abschlüssen einführen, stellt sich die Frage, welche Schule muss ich an welchem Standort, nach welchen Kriterien, mit welcher Spezialisierung besuchen und welchen Abschluss muss ich machen, damit ich, welchen Studiengang oder welche Berufsausbildung wählen kann und, was mache ich, wenn ich an der, meinen Vorstellungen entsprechenden Schule, nicht angenommen werde, was mache ich, wenn ich mich später für einen anderen Berufsweg entscheiden möchte? Welche Abschlüsse und welche Diplome werden anschließend in welchem Land anerkannt und befähigen zur Berufstätigkeit?

Es stehen die Bildungsgerechtigkeit und die Chancengleichheit auf dem Spiel. Ziel sollte es sein, so viele Schüler wie möglich so hoch wie möglich zu qualifizieren. Dabei ist eine gewisse Durchlässigkeit bei den Schultypen notwendig. Eine fundierte Allgemeinbildung und vor allem überhaupt « Bildung«  sollte die Hauptaufgabe der Schule sein. Der Schulabschluss soll nicht zu eingeschränkten Möglichkeiten bei der Berufs-oder Studienwahl führen.

Die eigentliche Spezialisierung beginnt nach der Schule, kann dann aber auch unproblematisch erweitert oder geändert werden.

Gerade in unserer heutigen Zeit ist Flexibilität im Berufsleben gefragt, man wird mit Aufgaben betraut, die man nicht spezifisch gelernt hat. Es macht aber keinen Sinn, schon in der Schule auf einen Weg geführt zu werden, von dem man später nicht mehr abweichen kann.

Bereits heute kommt es vor, dass Schüler ein bis zwei Jahre verlieren, wenn sie die Sektion wechseln wollen oder müssen.

Wichtig wären die Überarbeitung der Programminhalte der einzelnen Fächer, die Wahlmöglichkeit der Unterrichtssprache gerade im oberen Zyklus und differenzierte Bewertungen: nicht jeder Schüler muss in jedem Fach die maximale Punktzahl erreichen, er sollte auch nicht scheitern, weil er in einem Fach schlechter ist als in den anderen. Er sollte aber in Grundzügen einen Einblick in möglichst viele verschiedene Fächer bekommen und sich dadurch mehrere Wege offen halten können.

Darüber hinaus sollte die Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse landesweit gewährleistet sein, gerade in einem Land wie Luxemburg.

(29.02.2016)

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