kippeokAss d’Welt verréckt ginn?

Interview mam Peter Seewald a mat sengem Fils, Jakob John Seewald.

Hiert Buch « Welt auf der Kippe« « Unser täglicher Wahnsinn« , gräift Themen op, wou mer eis wierklech d’Fro kënne stellen: „Geet et esou weider?“

peterseewald

Famill.lu: Warum wird Gender so wichtig gemacht?

Peter Seewald: Ich denke, viele haben am Anfang nicht recht mitbekommen, worum es da geht. Das Programm wurde als eine Art Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit verkauft, was ja ein ehrbares Ziel gewesen wäre. Gerade auch Politiker, aber selbst Kirchenleute sind dann auf den Zug aufgesprungen, weil es es als chick galt, hier mitzufahren. Inzwischen haben vor allem Publizisten und Wissenschaftler deutlich gemacht, dass es sich bei Gender um eine Ideologie handelt, die die Umgestaltung der Gesellschaft zum Ziel hat. Es verändet sich mit Gender nicht nur das Bild von Mann und Frau, sondern auch das der Familie. Es ist eine Widerkehr der Versuche, mit brachialen Eingriffen in die natürliche Ordnung einen « neuen Menschen » zu schaffen, wie wir das aus der Geschichte kennen, mit jeweils totalitären, menschenverachtenden und letztlich furchtbaren Folge.

Famill.lu: Der Staat unterstützt finanziell Kinderkrippen: kleine Kinder sollen von fremden Menschen betreut werden, nur nicht von ihren eigenen Eltern. Wenn das Kind dann später auf die schiefe Bahn gerät, wird den Eltern die Schuld gegeben. Ist das nicht Wahnsinn?

Peter Seewald: Kindergärten und Kindergrippen sind an sich bestimmt kein Wahnsinn. Viele Eltern, vor allem alleinstehende, berufstätige Mütter, sind auf diese Hilfe angewiesen. Schlimm wird es, wenn über einen gewaltigen Meinungsdruck inzwischen Eltern, die ihre Kinder zuhause aufziehen, als reaktionär hingestellt werden. Bestes Beispiel ist die Denunzierung des Elterngeldes in Deutschland als « Heimprämie ». George Orwell hat in seiner Zukunftvision « 1984″ den Zwang zur kolllektiven Aufzucht der Kinder, als eines der Kennzeichen einer totalitären Gesellschaft beschrieben.

Alle Fachleute, alle Untersuchungen weisen darauf hin, wie wichtig es für die Entwicklung eines Menschen ist, dass die Bezugspersonen gerade in der ersten Phase der Kindheit Mutter und Vater sind. In unserem Buch weist der Kinder-Psychiater Karl Heinz Brisch vom Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München auf die enormen Probleme hin, « wenn zu Hause die Eltern nicht verfügbar sind« . Es fehlte diesen Kindern häufig ein Gefühl von Bindungssicherheit und Urvertrauen, was sich später auf eine mangelnde Entwicklung der Persönlichkeit auswirken könne. Hier komme auf die Gesellschaft, so Brisch, « eine Lawine zu« .

jakobseewald     Fragen an Jakob Seewald:

Famill.lu: Sie haben Studien gemacht und mir Ihrem Vater zusammen ein Buch geschrieben: was verdanken Sie Ihren Eltern am meisten?

Jakob Seewald: Mein Elternhaus hat mir vermittelt, wie wichtig es ist, die Verantwortung für mein Tun zu übernehmen und trotzdem keine Angst vor den Folgen meiner Entscheidungen zu haben. Dafür bin ich ihnen dankbar.

Famill.lu: Sie sind jung: was würden Sie der Jugend mit auf den Weg geben?

Jakob Seewald: Ich glaube, die heutige Jugend lebt bewusster als es scheint. Neben den vielfach und auch zurecht gescholtenen Smartphone-süchtigen Teens, gibt es überall junge Menschen, die sehr sensibel darauf reagieren, was mit dieser Welt geschieht. Jugend muss immer kritisch bleiben, das halte ich für enorm wichtig. Auch wenn sie dabei manchmal über das Ziel hinaus schießt.

 

Welt auf der Kippe – zu viel, zu laut, zu hohl – macht Schluss mit dem Wahnsinn“, Peter Seewald – Jakob Seewald (Ludwig Verlag)

14.12.2015


  Den Peter Seewald, gebuer 1954, war Redakter an Auteur beim Spiegel, beim Stern an an der Süddeutschen Zeitung. En huet mam Popst Benedikt XVI, dat éischt Interviewbuch mat engem Popst erausginn: „Licht der Welt“. En ass bestuet an Papp vun 2 Kanner.

Den Jakob John Seewald ass 1988 gebuer, an schafft als fräie Journalist zu München. En huet zu München, an zu Paräis op der Sorbonne stodéiert. En ass Literaturwëssenschaftler a Fernsehjournalist.

0 0 0 0 0

Laisser un commentaire

Votre adresse de messagerie ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *