«Der Teilzeitmann» als ein Pionierprojekt

Das Umdenken hat begonnen. Und: Je mehr Männer – auch mit Führungsverantwortung – Teilzeit arbeiten, desto mehr werden auch viele gut qualifizierte Frauen dies tun können, zum Beispiel nach einer Mutterschaft.

Interessierte Grossunternehmen

Vor allem grössere Unternehmen haben die Vorteile erkannt und bei Teilzeitarbeit für Männer einen Weg eingeschlagen. Ein starkes Thema ist es vorab bei Banken und Versicherungen, in der Pharma-Branche und im kaufmännischen Bereich. Grundsätzlich gilt: Ob Teilzeit möglich ist, hängt vor allem von der Unternehmenskultur und den Vorgesetzten ab. Auf wenig Resonanz stösst sie in der Baubranche, in der Industrie und generell bei Handwerkern und Facharbeitern.

Teilzeit ist vorab ein Thema für die Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft. Vor allem die junge Generation Y hat neue Ansprüche an ihren zukünftigen Arbeitsplatz und nutzt das beste Angebot. Teilzeit ist aber nicht nur für Nachwuchskräfte attraktiv und wird von ihnen auch immer öfter nachgefragt, sondern sie wird auch für die Mitglieder der Generation 50+ gewichtiger: Sie sehen sich mit einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit konfrontiert und machen sich daher Gedanken über andere Lebens- und Arbeitszeitmodelle.

Der Zeitgeist schlägt sich auch in der Statistik nieder. Wie die aktuelle Statistik zeigt, arbeiten in der Schweiz rund 401 000 oder 16,5 Prozent der Männer Teilzeit. Gegenüber Ende 2012 bedeutet das ein Plus von 2,7 Prozentpunkten oder 69 000 Männern! Vorher waren jeweils rund 4000 Männer pro Jahr in die Teilzeit eingestiegen. Inzwischen arbeiten insgesamt 1,656 Millionen Frauen und Männer in der Schweiz Teilzeit, das sind 36%. Teilzeitarbeit ist also drauf und dran, in diesem Land zur gesellschaftlichen Normalität zu werden.

Jürg Wiler

15.02.2015

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