Jürg Wiler Jürg Wiler leitet die Deutschschweizer Kampagne «Der Teilzeitmann». Der 53-Jährige war während vieler Jahre als Journalist tätig. Danach war er Informationsbeauftragter beim Schweizerischen Arbeitgeberverband. Wiler ist Vater einer 17-jährigen Tochter und eines 14-jährigen Sohnes. Von seinen insgesamt 33 Berufsjahren hat er 23 Jahre Teilzeit gearbeitet. Während 9 Jahren hat er Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung je etwa zur Hälfte mit seiner Partnerin geteilt.

Jürg Wiler leitet die Deutschschweizer Kampagne «Der Teilzeitmann». Der 53-Jährige war während vieler Jahre als Journalist tätig. Danach war er Informationsbeauftragter beim Schweizerischen Arbeitgeberverband. Wiler ist Vater einer 17-jährigen Tochter und eines 14-jährigen Sohnes. Von seinen insgesamt 33 Berufsjahren hat er 23 Jahre Teilzeit gearbeitet. Während 9 Jahren hat er Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung je etwa zur Hälfte mit seiner Partnerin geteilt.

Viele Männer würden gerne, aber nur wenige tun es: Teilzeit arbeiten. Doch das Bewusstsein für die Vorteile der Teilzeitarbeit bei den Arbeitgebern wächst, und immer mehr Männer reduzieren ihr Pensum. Das kommt auch den Frauen zugute.

Der gesellschaftliche Trend ist klar: Viele Männer in der Schweiz möchten Teilzeit arbeiten. So zeigt die erste repräsentative Studie in der Schweiz aus dem Jahr 2011: Fast unglaublich anmutende neun von zehn befragten Männern wollen ihr Arbeitspensum reduzieren. Doch gerade mal einer von sechs Männern in der Schweiz arbeitet gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) Teilzeit.

Teilzeit lohnt sich für alle Beteiligten

Teilzeitarbeit steigert nicht nur die Lebensqualität des einzelnen Mannes und der einzelnen Frau. Untersuchungen kommen zum Schluss, dass dieses Arbeitsmodell auch Arbeitgebern zugutekommt. Grundsätzlich geht es um eine höhere Motivation, Effizienz und Loyalität von Teilzeitarbeitenden. So weist eine deutsche Untersuchung für vereinbarkeitsfreundliche Unternehmen unter anderem folgende Ergebnisse aus: 16% geringere Fehlzeitenquote unter anderem wegen Krankheit, 15%geringere Fluktuation und 17% höhere Produktivität der Mitarbeitenden.

Menschen, die Teilzeit arbeiten, können zwischen Optionen wählen. Am meisten gewählt wird die wöchentliche Teilzeitarbeit, also wenn jemand ganztags tätig ist, aber nur an bestimmten Werktagen. Ebenfalls öfter anzutreffen ist die Jahresteilzeitarbeit; hier sind Mitarbeitende frei, wie sie ihre Arbeitszeit übers Jahr gesehen einteilen. Das ermöglicht es, je nach Arbeitsanfall mal mehr und mal weniger zu arbeiten.

Das Jobsharing, bei dem jemand mit einer zweiten Person eine Vollzeitstelle teilt, fristet noch ein Mauerblümchendasein.

Neben vielen Vorteilen birgt Teilzeitarbeit für Arbeitgeber auch Nachteile. So steigen die Lohnnebenkosten und der administrative Aufwand, zudem ist mehr Koordination unter den Mitarbeitenden nötig. Dennoch: Zwei Schweizer Studien zeigen, dass Arbeitgeber mit Teilzeitmitarbeitenden von einer bemerkenswerten Rendite von 8 Prozent ausgehen können. Teilzeit ist also betriebswirtschaftlich rentabel.

(Fortsetzung)

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One thought on “Teilzeit auf dem Weg zur Normalität

  • 3 mai 2015 à 15 h 36 min
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    Diese Statistik stimmt meinen Vermutungen zur Teilzeitarbeit zu. Als ich in die Schweiz gegangen bin um zu arbeiten, genauer im Kanton Zürich, hab ich anfangs auch nach Vollzeitjobs gesucht, habe dann aber schnell festgestellt, dass dabei wenig Zeit für die Familie bleibt und mich nach einem Teilzeitjob umgesehen. Ich habe auch schnell viele Jobs Luzern gefunden. Ich und meine Familie sind mit meiner neuen Stelle glücklich.

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