Dëse Lieserbréif war den 12. Mee 2018 am Wort:

Gewalt in der Schule: ein « Randphänomen »?

In ihrem Leitartikel vom 27. April zeichnet Michèle Gantenbein ein sachliches aber düsteres Bild unseres Schulsystems, das in der Krise steckt; und die verzweifelten Versuche, die Probleme in den Griff zu bekommen scheitern an ihrer Wirklichkeitsfremdheit.

 Wenn der Bildungsminister vor dem Parlament beim Thema Gewalt in der Schule von einem « Randphänomen » spricht, dann hat er die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Die zunehmende Gewalt bei den Schülern ist nur die Spitze des Eisbergs; unterschwellig fußt sie auf den Problemen unserer Wohlstandsgesellschaft: Egoismus, Individualismus, Permissivität, Moraldefizit usw. Diese und andere menschliche Defizite macht sich die Wirtschaft zu Nutze, und die Politik hilft, die Wohlstandsspirale weiterzudrehen: Die Politik arbeitet seit -zig Jahren daran, daß die Mütter und Hausfrauen endlich auch arbeiten gehen. Es fehlt eigentlich nur noch, dass der Staat den Frauen das leidige Kinderkriegen abnimmt; wer weiß?- der « Fortschritt » ist ja so rasant!…

Unsere Kinder sind so gesund oder so krank wie unsere Gesellschaft und unsere Familien: Ein Kleinkind braucht das Geborgensein bei den Eltern, um sich harmonisch entwickeln zu können und ein ausgeglichener und brauchbarer Erwachsener zu werden: Dazu passen die Studien von Dr. René Spitz über den « Psychischen Hospitalismus ». (Im Internet unter « Hospitalismus » zu finden.)

Durch die Entscheidung unserer Politiker, die Eltern durch Tagesstätten und Erziehungs-strukturen zu ersetzen, damit sie frei für den Arbeitsmarkt und die Konsumgesellschaft wer-den, haben sie das Wohlergehen unserer Kinder aufs Spiel gesetzt und sie haben die steigende Zahl von Problemkindern mitzuverantworten. Die beste Lösung wäre, den Kleinkindern die Geborgenheit in ihren Familien zurückzugeben!– Das traut sich aber wohl kaum ein Politiker!- oder?…

Wenn man bedenkt, wieviel Geld bisher in die Eltern-Ersatz-Strukturen investiert wurde, wird man sich fragen dürfen, ob es nicht sinnvoller und weniger teuer wäre, die Mütter finanziell zu unterstützen, damit sie ihre Kleinkinder im eigenen « Nest » mit Liebe hegen und pflegen dürfen; die harte Wirklichkeit holt sie noch früh genug ein. 

Dass die Wissensvermittlung der Schule und die Lernfähigkeit der Schüler unter den heutigen Gegebenheiten abnimmt, ist demnach nicht verwunderlich.- Man muß das Übel an der Wurzel packen: d.h. unsere Gesellschaft muß wieder menschlicher werden und weniger wirtschaftlich!- Aber wird das unsere Politiker wirklich interessieren?…  

Armes reiches « Luxusburg »!

Michel A. MATHIAS 

28.05.2018

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